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Miniatur_Julia Weber: Weil ich Ruth bin

  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit

Als ich diese Schlange war bei dir, Ruth, sagt sie, war ich etwas wert. Ich war die Bewegung meines Körpers. Ich war das Muster meiner Haut. Ich war mein Atmen, war die Kraft meiner schuppigen Oberfläche, und mein Körper gehörte mir.

S. 224

Ruth ist mit einem Fell zur Welt gekommen, das sie verliert, als sie zur Frau wird. Sie kann Menschen in Tiere verwandeln und wenn sie wütend ist, zieht ein Gewitter auf. Als Künstlerin versteht sie ihr Handwerk: Ihre Berührungen legen ein neues Wesen frei; sie streichelt Hindernisse aus Haut, Knochen, Muskeln, Scham und Geschichte weg; alles fügt sich in die richtige Form und Konsistenz. Für einen Moment das Gewicht von Körper, Rolle, Herkunft, Geschlecht ablegen und ganz und gar lebendig sein.

Und Ruth verliebt sich in Linda. Linda, die in Ruths Armen ein Fisch wird, aber die auch Mutter ist und misshandelt wurde und so nicht leben kann, als Fisch, Versehrte und Mutter zugleich. Wie Ruth sein, wenn Linda fehlt?


Für Liebhaber*innen von

# Hexen

# Metamorphose

# Überwinden von Grenzen

 
 
 

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