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Miniatur_Kristín Eiríksdóttir: Der Film

  • 9. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit

Übersetzung: Tina Flecken.


"Er lebte unter ständiger Bedrohung. Das ist wie eine andere Dimension, die sich Menschen, die so etwas nicht erlebt haben, kaum vorstellen können."

"Eine andere Dimension?"

"Ja, die für Menschen, die in Sicherheit aufgewachsen sind, nicht existiert."

"Interessant, können Sie das etwas genauer erklären?"

"Wie, wenn man nicht an Gespenster glaubt, weil man noch nie eins gesehen hat, und niemandem glaubt, der behauptet, eins gesehen zu haben. Dann kann man auch nicht verstehen, warum jemand ein Gespenst angreifen sollte."

S. 21f.

Villa, die Dokumentarfilmerin, schämt sich. Dimmi, der Walfänger und Zuhälter, schämt sich. Jón, der Sozialarbeiter, schämt sich. Und die Mütter und Väter und Kinder: Alle schämen sich. Sucht, Schmerz, Traurigkeit und Verzweiflung. Sie alle sehen Gespenster - versuchen ihnen zu entkommen, mit ihnen zu kämpfen, Ruhe und Sicherheit zu finden. Aber, wenn man Gespenster sehen kann, weiss man, dass es sie gibt. Ganz entkommt man ihnen also nie. (Vielleicht, ganz vielleicht lernt man mit ihnen zu leben.)


Für Liebhaber*innen von

# Schattierungen abseits von Schwarz-Weiss

# Gespenstergeschichten, Filmgeschichten

# Überlebensgeschichten, Lebensgeschichten

 
 
 

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