Miniatur_Madeline Miller: Galatea. Erzählung
Übersetzung: Ursula C. Sturm.
Eisele Verlag, 2022.
Er runzelte die Stirn und deutete auf meinen Bauch: "Was ist das?"
Ich sah an mir hinunter, dorthin, wo sich im Licht zarte silbrige Streifen auf meiner Haut abzeichneten.
"Das sind die Spuren unseres Kindes, Liebster. Dort hat sich die Haut gedehnt."
Er starrte sie an. "Seit wann sind die Streifen schon da?"
"Seit der Geburt." Zehn Jahre war das nun her.
"Sie sind hässlich."
"Es tut mir leid, Liebster. Alle Frauen bekommen sie."
"Wenn du aus Stein wärst, würde ich sie wegmeisseln."
S. 31f.

Pygmalion ist angewidert von den Frauen und verliebt sich in die selbstgeschaffene Statue. Die Göttin Venus erhört ihn und erweckt die Statue zum Leben. Soweit kennen wir die Geschichte.
Was wäre nun, sie hätte einen Namen und würde sprechen und wäre so ein richtiger Mensch mit eigenen Gedanken, Bedürfnissen und Willensbekundungen? Eine Mutter einer Tochter, die mit einem Frauenhasser, ihrem Mann und Vater, zusammenleben muss. Was wäre dann?
Für Liebhaber*innen von
# Quellenmythen
# Metamorphosen (nicht nur Ovids)
# schön gestalteten Büchern

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