Zitat_Augustine Sedgewick: Männer, Väter, Patriarchen. Eine Geschichte von Liebe und Macht
vor 12 Stunden
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Übersetzung: Holger Hanowell.
Reclam Verlag, 2026.
Heute scheinen den alten Geschichten über Männer und Väter ihre grandiosesten Teile zu fehlen - die wundersamen, unerklärlichen, erdachten Teile, die dazu beitrugen, die Väter über alle anderen zu erheben. Jegliche Bemühungen, diese alten Vorstellungen und Modelle der Vaterschaft wieder in ihren alten Zustand zu versetzen, können absurd erscheinen, ja sogar parodistische Züge haben, es handelt sich um Phantasien von Kontinuitäten, geboren aus der Angst vor Veränderungen, die bereits stattgefunden haben. Aber auf einer tieferen Ebene ist dies genau die Quelle ihrer Macht, und die weitverbreiteten und bisweilen gerechtfertigten Behauptungen, Männer und Väter steckten in der Krise, offenbaren, dass wir wieder einmal auf der Suche nach neuen Ideen sind, nach neuen Vorstellungen davon, was Männer und Väter sein könnten und sein sollten. Wenn wir nur begreifen würden, dass es sich bei diesen Fragen um uralte Fragen handelt - nämlich um die Folgen des wiederkehrenden Scheiterns einer Geschichte über Männer, Liebe und Macht und um die schwierige und umstrittene Suche nach einer anderen -, dann könnten wir un selbst vielleicht auf eine neue Art und Weise verstehen.
Jedenfalls entspricht das meinen eigenen Erfahrungen.
S. 319f.


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